Altersstufen

Die kindliche Spielentwicklung: Wissenwertes für jede Altersstufe

Kinder werden so schnell groß.  Die eigenen Kinder wachsen über Nacht, oder? Sie gehen abends als Zwerge zu Bett und stehen am anderen Morgen auf und haben einen Riesensprung gemacht.

Noch heute stehe ich staunend vor diesem Wunder, das meine Tochter ist, und bin fasziniert, was aus diesem kleinen Punkt geworden ist, den ich – war das nicht erst letzte Woche?!? – da auf dem Ultraschallbild gesehen habe.

Sie ist der Haupttreffer in meinem Leben, auch weil ich durch sie unendlich viel lerne. Jeden Tag, immer noch. Mehr als bei irgendeiner anderen Aufgabe, die ich jemals bekommen habe. Und das Faszinierende ist, dass  soviel aus ihr selbst kommt und sich nach irgendeinem geheimen Bauplan entfaltet wie eine Blüte.

Wir können unsere Kinder begleiten, ihnen Leitbahnen und Impulse geben, darauf achten, was sie umgibt, aber ihr Handeln wird immer durch ihre eigenen Interessen und Tempo bestimmt.

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
~ afrikanisches Sprichwort ~

In meiner Arbeit als Frau Spielzeug sehe ich das genauso. Wir müssen darauf achten, was wir den Kindern anbieten, vorsichtig sein mit „falschen“ Impulsen und wertschätzend mit ihrer wunderbaren Fähigkeit zu spielen umgehen, aber Kinder bestimmen letztendlich selbst, welche Spielzeuge bei ihnen zu welchem Zeitpunkt interessant sein können.

So habe ich als Spielzeugexpertin auf Grundlage der verschiedenen pädagogischen und psychologischen Schulen vor einigen Jahren begonnen, die Stufen der Spielentwicklung exakter zu klassifizieren und dem Alter zuzuordnen.

Die Entwicklung von Kindern ist von vielen Sprüngen gekennzeichnet und je nachdem aus welchem Expertenauge man sie betrachtet, setzt man die Stufen ein bisschen anders. Ich hatte durch meine Erfahrung und auch die vielen Spielzeugtests  ja das Glück, diese auch qualitativ und quantitativ auszu werten und diese Stufen in der Spielentwicklung auch an die Praxis anzupassen.

So unterscheide ich nun in meiner Arbeit nach folgenden Phasen, in denen sich oft das Können, die Interessen und Vorlieben deutlich verändern und das vorhandene bekannte Spielzeug plötzlich zum „Babykram“ wird – hier hilft dann oft nur der Blick in die neue Spielphase und die Anschaffung neuer „spannenderer“ Sachen.

  • Die ersten Monate – 0-6 Monate
  • Das Krabbelalter- 7-12 Monate
  • Der erste Geburtstag- 12-24 Monate
  • Die Sprachexplosion- 24-36 Monate
  • Das frühe Kindergartenalter – 3-4 Jahre
  • Das Vorschulalter – 5-6 Jahre
  • Die ersten Schuljahre – 7-8 Jahre
  • Die Vorpubertät – 9-11 Jahre
  • Teenager und älter – ab 12 Jahren

(siehe auch rechts in der Kategorieleiste)

 

Tipp von Frau Spielzeug:

Spielzeuge, die man zu früh kauft, weil man meint, dass das Kind schon soweit wäre (und man sie eigentlich selbst toll findet 😉 ) können auch Frustration bei Kindern hervorrufen. So ist die Feinmotorik oft noch nicht so weit entwickelt, dass die filigrane Anziehpuppe oder der mit vielen Kleinteilen bestückte Bauernhof schon richtig bespielt werden können. Stattdessen fällt ständig etwas um oder bleibt hängen… So machen falsche nicht altersgerechte Spielzeuge keinen Spaß sondern Frust!

Schade, denn oft sieht es eigentlich wenige Monate später schon wieder ganz anders aus, aber das Kind hat das Spielzeug mit „Ist blöd! Klappt nicht! Macht keinen Spaß!“ gespeichert und möchte nicht mehr damit spielen.

Wenn man sich so ein Spielzeug zu früh zum Kind verirrt und das Kind damit überfordert ist und es keinen Spaß damit hat, empfehle ich, es für einige Zeit zur Seite zu packen. Umso mehr Spaß  macht es dann, wenn es vom Alter und Entwicklungsstand richtig paßt! :-)

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